Cäcilie Hüber

Cäcilie Hüber wurde am 24. Mai 1892 als Cäcilia Bertha Hrdlicka geboren. Ihr Vater Augustin Hrdlicka (1856 - 1939) war Lehrer, später
ein angesehener Schuldirektor in Wien. Ihre Mutter Maria Leonie Bertha Parrat (1866 - 1949) stammte aus der Schweiz. Cäcilie wuchs wie ihr
späterer Ehemann Hans Hüber in einer multilingualen Lehrerfamilie auf. Die Familienmitglieder waren nicht nur über ihre sprachliche
Leidenschaft eng miteinander verbunden, sondern wohnten auch an der gemeinsamen Adresse Ferdinandstraße 31 im zweiten Bezirk. Cäcilies
Mutter und die Tante von Hans waren Schwestern.
1907 wurde Cäcilia Hrdlickas Vater, damals Bürgerschullehrer, und dem Bürgerschuldirektor Ignaz Hüber, Onkel von Hans Hüber,- die französische
Dekoration eines „Officier d´Academie“ verliehen .
1918 heiratete Cäcilie Hrdlicka ihren Jugendfreund Hans Hüber, der seit 1916 als Bürgerschullehrer für den 15. Bezirk tätig war.
Ein Jahr nach der Hochzeit kam Tochter Marie Rose (1919-1999) zur Welt.
Cäcilie Hüber arbeitete als Pädagogin und unterrichtete die französische Sprache am Volksheim Ottakring und in der Zweigstelle
Brigittenau. Ihr didaktischer Zugang war durchaus experimentell, denn sie gab hier französische Kinderspielkurse.
1905 errichtet, war die Volkshochschule die erste Abend-Volksuniversität Europas und genoss internationale Anerkennung. Nicht zufällig
engagierten sich in den zahlreichen Volksbildungsvereinen von Anfang an viele Freimaurer und Freimaurerinnen.
Cäcilie war wie ihr Mann Mitglied der Theosophischen Gesellschaft in Wien und 1931 Freimaurerin in der gemischten Loge Vertrauen des
Le Droit Humain geworden. Beide waren regelmäßig als Vortragende aktiv und versuchten die philosophischen Aspekte der Theosophie auf
Unterricht und Erziehung anzuwenden. So wählte Cäcilie Cäcilie 1921 bei einem ihrer öffentlichen Vorträge den Titel „Praktische Theosophie".
Waren Cäcilie und Hans Hüber 1925 aus der katholischen Kirche ausgetreten, so traten sie 1933 wieder ein. 1936 stellte Cäcilie Hüber
ihre freimaurerische Mitgliedschaft ruhend, was offensichtlich den politischen Verhältnissen geschuldet war. Ab dem österreichischen
Bürgerkrieg 1934, war es gefährlich, sich zur Freimaurerei zu bekennen. Zudem wussten die Behörden die Namen einzelner Mitglieder, die
Vereinstreffen wurden polizeilich überwacht und den Anwesenden drohten Schikanen.
Sowohl Cäcilie als auch Hans Hüber engagierten sich als Unterrichtende, die Politik räumte ihnen dafür jedoch nur ein kurzes
Zeitfenster ein. Ihre Tätigkeit fand durch Austrofaschismus und Nationalsozialismus ein verfrühtes Ende. Zum weiteren Leben von Cäcilie
Hüber ist derzeit nichts bekannt. Sie verstarb am 6. Februar 1976, ihr Ehemann bereits 1973. Beide ruhen am Wiener Zentralfriedhof.
Quelle: Archiv und Forschung des LE DROIT HUMAIN Österreich
Link:
Cäcilie Hüber auf der Plattform WIEN GESCHICHTE WIKI
zurück zur Galerie der Erinnerung